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Rechtsanwalt Martin Lauppe-Assmann

Archiv für das Schlagwort “Schmerzensgeld”

Opfervertretung im Zivilrecht – Schmerzensgeld

Anders als in Amerika ist Deutschland für seine sehr zurückhaltenden Schmerzensgelder geradezu berühmt und berüchtigt, weil sie von dem rechtsuchenden Publikum allgemeinhin alls sehr gering empfunden werden.

So ist ein Schleudertrauma grundsätzlich mit Beträgen im Hunderterbereich abgegolten, und selten erreicht man mal Beträge von € 1.000 oder € 2.000.

Jetzt hat dem ein aufsehenerregendes Urteil des Oberlandesgerichts München vom 21. März 2014 (Aktenzeichen 10 U 3341/13) kräftig entgegengesteuert.

Im vorliegenden Fall war ein Autofahrer mit 1,4 Promille Blutalkoholwert als Unfallverursacher ermittelt worden. Er hatte dem Unfallopfer ein Schleudertrauma zugefügt, das in der Tat über einen längeren Zeitraum behandelt werden musste und zu einer über viele Wochen und Monate eingeschränkten Arbeitsfähigkeit geführt hatte. Der Verletzte konnte anfangs gar nicht und später nur stundenweise seiner Arbeit nachgehen.

Während das Landgericht Traunstein in erster Instanz nur ein Schmerzensgeld von € 3.000 zugesprochen hatte, hat das Oberlandesgericht München eine kräftige Schippe draufgelegt und ingesamt auf ein Schmerzensgeld von € 11.000 erkannt.

Dieses Urteil ist von Bedeutung, da sich zahlreiche Unfallgeschädigte in den Verhandlungen mit ihren gegnerischen Versicherungen darauf berufen können.

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